BI A10 Nord

Birkenwerder und Hohen Neuendorf gegen Lärm

Ortsmitte Birkenwerder - Was wollen wir und was brauchen wir

Ortsentwicklung Birkenwerder

  VonPeter Kleffmannam  

Als Bürgerinitiative haben wir schon häufiger zur Pestalozzischule gerufen und alle, alle kamen - so auch diesmal. Allerdings mit dem Unterschied, dass es diesmal nicht um Großprojekte wie Ausbau der A10 oder Höchstspannungsleitungen ging, jedenfalls nur informativ am Rande, sondern um die Gestaltung des Ortszentrums mit reichlichen und unterschiedlichsten Befindlichkeiten, die solch eine Maßnahme nun mal auszeichnet.

Von einigen der Wortbeiträge bei der letzten Veranstaltung am 18. September 2013 in der Pestalozzi-Schule erscheinen folgende, und zwar in dieser Rangfolge, die wichtigsten zu sein:

  1. Mobilität: Es gibt eine steigende Anzahl von Einwohnern in Birkenwerder, die aus den verschiedensten Gründen nicht oder nicht mehr in der Lage sind, größere Strecken innerhalb des Ortes zu bewältigen. Dabei geht es nicht ausschließlich ums Einkaufen, sondern generell um die Beteiligung am gesellschaftlichen Leben, an kulturellen Veranstaltungen, am kommunikativen Austausch mit anderen Menschen, also schlechthin um das Miteinander innerhalb einer Ortsgemeinschaft. Wir leben nun mal im Zeitalter der Mobilität, und ohne die geht eben NICHTS!
  2. Bürgerhaus mit kulturellen Einrichtungen: Dies scheint beschlossene Sache zu sein, die Frage dreht sich eigentlich nicht mehr um das „ob“, sondern nur noch um das „wie“ und das „wo“. Geschichtsstübchen und Bibliothek sollten hier oder in unmittelbarer Umgebung ihren Platz erhalten und wenn wir eine attraktive Ortsmitte gestalten wollen, sollten wir uns dabei auch an bestehende historische Gebäude erinnern, die eigentlich nur darauf warten, solch eine Institution aufzunehmen (was ja ursprünglich auch einmal geplant war…).
  3. Der Vollsortimenter: ist der Stein des Anstoßes und nach Ansicht vieler Einwohner so überflüssig wie ein Kropf. Mit einem Vollsortimenter wird die Versorgungssituation, insbesondere für die Randbezirke nur verschlimmbessert. Für jeden Einkauf ist eine Überquerung der B 96 mindestens einmal erforderlich, sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto. Das trägt nicht wirklich dazu bei, den bereits jetzt stockenden Verkehrsfluss im Kreuzungsbereich dieser viel befahrenen Straßen zu beschleunigen und weder Ampeln noch Kreisverkehr können dabei zur Verbesserung beitragen. Und dann stellen sich auch noch andere Fragen in diesem Zusammenhang: Was geschieht mit dem existierenden Einzelhandel - wird der weiter so stiefmütterlich behandelt wie bisher? Muss das geplante „seniorengerechte Wohnen“ im Ortskern diesem Vollsortimenter weichen oder gibt es dann „Alibiwohnungen“ mit 6 – 8 Wohnungseinheiten? Wo gibt es dann noch ausreichend Platz für kulturelle Veranstaltungen drinnen und draußen?

Fazit: Konzepte sind immer dann gut, wenn sie auch funktionieren und nicht, wenn sie auf einer vagen Annahme beruhen. Es gibt wichtigere Dinge als einen Vollsortimenter, die dieses Sozialgefüge „Birkenwerder“ angehen muss. Allem voran steht die Mobilität. Wenn die für ALLE gewährleistet ist, können wir logischerweise auf einen zusätzlichen Konsumtempel noch mehr verzichten und uns um uns selbst kümmern. Es geht hier um Menschen in einer Gemeinschaft und nicht um die Geldbörse eines Investors oder einer Verkaufskette! Funktionieren wird das alles jedoch nur, wenn es mit mobilem Leben erfüllt wird und die Bürger es akzeptieren. Die Diskussion darum muss weiter gehen und es ist zu hoffen, dass die letzte Veranstaltung dazu beitragen konnte, einen - wenn auch streitbaren - Weg zu einer einvernehmlichen Lösung zu finden.

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